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Beitrag 8: Corona hat uns wieder

Fast täglich wird von den Medien eine neue Höchstanzahl von Neuinfizierten berichtet. Nach heutiger Pressemitteilung ist Österreich weltweit das Land, mit der höchsten Neuinfektionsrate in Relation zur Bevölkerungsanzahl. Die Auslastung der Spitäler steigt sprunghaft an.

Ich gesteh’s gleich vorweg: ich habe den Virus bereits im Sommer für besiegt gehalten und bin damit komplett danebengelegen. Wie kam’s und welche Aspekte sind ergänzend, neben virologischen Gründen, die ich nicht beurteilen kann, zu beachten?

Nun, ich denke, dass durch die maßlose Übertreibung der Regierung in den Monaten März und April die Bevölkerung mittlerweile das Problem nicht mehr im notwendigen Ausmaß wahrnimmt. Bei sehr vielen Aufenthalten im Freien sehe ich, dass eine mögliche Gefahr in großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr ankommt.  Man ist „Corona-müde“. Das hat für mich die Stärke des erneuten Ausbruches massiv beschleunigt. Wenn ein Lockdown ab Dienstag verordnet wird, dann gehen die Menschen noch am Montag auf ein Fest…

Wie auch immer. Jetzt müssen wir etwas dagegen tun. Das stört mich nicht. Das finde ich jetzt, bei drohenden Engpässen in der medizinischen Versorgung, notwendig und richtig. Was mich stört, ist der nach wie vor unfassbare Umgang unserer Regierung mit unserem Rechtsstaat und die totale Inkompetenz bei der Umsetzung von Maßnahmen und Hilfsaktionen. Das Land via Verordnungen zu regieren und dazu Richtlinien bzw FAQ‘s zu erlassen, die durch Veröffentlichungen auf Homepages wirksam werden, ist einfach nicht meines. Die Auslagerung des Staates in die Privatwirtschaftsverwaltung (COVAG, Kurzarbeitsbeihilfe uvm) zur Vermeidung von Rechtsansprüchen und Zuständigkeit der Gerichtshöfe für öffentliches Recht ist für mich ein Wahnsinn. Man beachte die Kombination:

  • Der Staat ordnet eine Beschränkung im Rahmen der Hoheitsverwaltung unter Anwendung von staatlicher Hoheitsgewalt an und
  • lagert die aufgrund von Punkt 1 entstandenen Ersatzansprüche in die Privatwirtschaftsverwaltung ohne Rechtsanspruch aus.

Mein Vertrauen in die Lösungskompetenz unserer Regierung ist spätestens seit März null. Mein Vertrauen in die Verwaltung ist groß, allerdings tut sie sich ohne strategisch wohl überlegte Vorgaben (das wäre Aufgabe der Politik) und ohne jahrhundertelang bewährte Grundsätze des Rechtsstaates sehr schwer.

Corona werden wir besiegen, die entstandenen Krater und die wirtschaftlichen Folgen werden uns aber noch sehr, sehr lange belasten.

Ein Gedanke zu „Beitrag 8: Corona hat uns wieder“

  1. Zunächst, ich denke nicht, dass „wir Corona besiegen“ werden. Solche Pandemien treten auf und verschwinden wieder, bzw. kommen regelmässig wieder, so wie die Grippewellen. Spätestens nach dem ersten Lockdown im März hätten wir erkennen können (müssen), dass die Einschätzung falsch war, als man uns vorhersagte, es werden 70% der Bevölkerung erkranken und in Europa Hunderttausende sterben, ja, „jeder würde in seiner Familie einen Verlust beklagen“.. Wir durften lernen, dass dieses Virus sehr ansteckend ist, die Sterblichkeitsrate (Gott seis gedankt) aber weit weg ist von dem, was prognostiziert und als Grund für den ersten Lockdown genannt wurde.

    Beim zweiten Lockdown wird nun ein anderer Grund, nämlich die bevorstehende Überlastung der Intensivmedizin genannt. Fragen: Erstens, kennen wir das nicht bereits aus früheren Jahren im Rahmen von Grippewellen (2018, 2017, 2012), und zweitens, warum haben wir diesem Umstand nicht vorgebeugt und Geld in die Erweiterung eben dieser Sparte investiert, nämlich Intensivbetten, Respiratoren und Betreuungspersonal? Ich bin der Meinung, dass 9 Monate dafür gereicht hätten und dass der monetäre Aufwand ein Klacks im Vergleich zu den bevorstehenden Schäden an der Wirtschaft wäre.

    Ich leugne keinesfalls die Gefährlichkeit dieses Virus Covid-19, sowie ich auch die Gefählichkeit anderer in Europa auftretender Viruserkrankungen und Risiken, über die halt gerade nicht gerdet wird, nicht geringschätze.

    A propos Risiken: Bei allen anderen auftretenden Risiken, aufgrund derer wir jährlich massenhaft Tote zu beklagen haben, üben wir uns im Abwägen des Risikos und entscheiden uns für eine „akzeptable Rate“. Ein Beispiel: wir wissen, dass im Strassenverkehr Tote zu beklagen sind. Würden wir diese komplett vermeiden wollen, so ginge das, wenn man zB überall nur mehr 30 km/h fahren würde. Das wäre aber ein zu grosser Einschnitt in unser tägliches Leben, also „leben“ wir lieber mit den Toten. Bei der Coronapandemie gilt dieser Grundsatz erstmals nicht mehr. Wir wägen nicht mehr ab und nehmen das wesentlich grössere Übel des totalen wirtschaftlichen Zusammenbruchs in Kauf, um wieviele Menschen eigentlich zu retten?

    Ich weiss, Gutmenschen werden sagen, ich habe kein Herz oder Mitgefühl, aber was wir gerade tun, ist wider jede Intelligenz und gegen die Natur.

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