Beitrag 14: Impfversagen

Wochen und Monate ziehen ins Land und Corona nimmt einfach kein Ende. Österreich ist mehr oder minder seit Anfang November teilweise geschlossen und ein Ende des Schreckens ist zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen nicht annähernd abzusehen.

 

M.E. stellt das Impfstoff-Beschaffungsversagen der Europäischen Union (gemeint der Gesamtheit der Staaten und der Organe der EU selbst) kombiniert mit dem innerstaatlich österreichischen Verteilungsversagen alle anderen Vorkommnisse bei weitem in den Schatten. Unzähligste Länder haben ein Impftempo an den Tag gelegt, das dem der EU-Staaten bei weitem überlegen ist. Mir geht es nicht um die gesundheitliche Wirkung der Impfung selbst, sondern um die wirtschaftlichen Folgen für die Staaten, die noch nicht ausreichend geimpft haben, wie insbesondere Österreich.

 

Keine Impfung, keine Öffnung  –  keine Öffnung, keine wirtschaftliche Erholung!

 

Österreich ist vom Impf“tempo“ betroffen, wie kaum ein anderes Land, weil es sich seit November in einem als „Lockdown“ bezeichneten Zustand befindet. Ich höre Meldungen, wonach wir pro Woche 1 – 1,5 Milliarden Euro volkswirtschaftliches Gesamtprodukt einbüßen. In Summe hatten wir ca. 400 Milliarden in 2019.

 

Die Verkettung der EU-Bürokratie mit dem total versagenden Gesundheitsressort verursacht einen Schaden, der sich gewaschen hat. Er wird zigtausende Unternehmer und damit indirekt auch deren unselbständig Beschäftigte in den Abgrund stürzen. Dies wiederum wird allen einstweilig nicht unmittelbar davon betroffenen Gruppierungen schaden und einen Ketteneffekt verursachen – man nennt diesen „Multiplikatoreffekt“.

 

Dessen Auswirkungen werden überregional verstärkt: Wenn die Anderen schneller impfen, dann haben sie beim Wiederaufbau einen Vorteil. Die USA (was hat der österreichischen Regierungsfunk nicht untergriffig gelästert….) haben 3x so viel geimpft, stellen die Infrastruktur für Digitalisierung und Clean Economy zur Verfügung und brausen einfach davon. 6% Wachstum in Q2 2021 werden prognostiziert. Ein verständliches Beispiel: Was haben Microsoft, Apple, Amazon, Netflix und Zoom gemeinsam? Sie sitzen nicht in Österreich! Wenn die Einen wachsen, während die Anderen schrumpfen, dann wird das denen, die schrumpfen, mittel- langfristig nicht gut tun. Der Abstand wird nämlich immer größer.

 

Zu allerletzt eine Übersicht über die mir zugänglichen Budgetzahlen der Jahre 2019 und 2020:

 

Österreichs Defizit 2020 in Millionen Euro:

Ausgaben

-€  78 900,00

-€  96 100,00

+21,80%

Einnahmen

 €   80 400,00

 €   73 600,00

-8,46%

Budgetsaldo

 €     1 500,00

-€  22 500,00

 

 

Ausgabenüberschuss über die Einnahmen -30%!

 

So ärgerlich es jetzt sein mag, dass wir nach einer Arbeitsministerin, die unter Zuhilfenahme von Google Translator promoviert hat, jetzt von einem Finanzminister sprechen, der seinen Laptop mit Kinderwagen vor einer Hausdurchsuchung in Sicherheit bringen lässt (unglaublich): Das ist alles wirtschaftlich vollkommen irrelevant. Das Impfversagen von Politik und Verwaltung verursacht einen Schaden, der so gigantisch ist, dass er unser aller Leben massiv beeinträchtigen wird. Schade.

1 Gedanke zu „Beitrag 14: Impfversagen“

  1. Ich teile diese Meinung voll und ganz!
    Was mir ebenso große Sorge bereitet ist der so genannte “Wiederaufbaufonds” der EU.
    Nicht nur ist die Bezeichnung ein Schlag ins Gesicht für alle noch lebenden Menschen, die Europa nach dem 2. Weltkrieg tatsächlich wieder aufgebaut haben sondern wird hier mit 750 Mrd EUR jongliert, die wir nicht haben.

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